17. September - 12. Dezember 2021

anBAU: kultivierte_landschaften

Wir ernten, was wir säen. So heißt es doch. Also fragen wir uns: was wollen wir kultivieren und wie wollen wir das tun?

Die Ausstellung „anBAU: kultivierte_landschaften“ legt künstlerische Perspektiven auf das Thema Land(wirt)schaften offen. Durch die Kultivierung des Bodens, Bewässerungssysteme oder Rodung werden Flächen angeeignet, geebnet und für den Anbau urbar gemacht. Als Existenzgrundlage und Kulturlandschaft prägt der Anbau Lebensräume und hat Auswirkungen auf gesamte Ökosysteme – viele der Konsequenzen haben sich erst zu spät gezeigt und zu massiven Umweltschäden geführt. Die Industrialisierung und Rationalisierung der Landwirtschaft hinterlässt Spuren von ausgelaugten Böden, parzellierten Landschaften und Eintönigkeit.

Anstatt auf die Tristesse der Umweltzerstörung zu blicken, liegt der Fokus der Ausstellung auf dem neugesähten Samen des Umdenkens, auf den blühenden Landschaften der Zukunft. Die Ausstellung lädt dazu ein sich Land(wirt)schaften vorzustellen, die Diversität, Farbe und Verbundenheit zulassen. Sie zeigt verschiedene Ansätze der Natur wieder Platz im eigenen Leben zu gewähren und die Dichotomie zwischen Natur und Kultur zu durchbrechen.

Ausstellende Künstler:innen

Katrin Meissner

Objekte

Für Katrin Meissner ist alles schon da. Sie sieht, fühlt die Natur in Demut. Und Natur ist Kunst. In ihren Werken verarbeitet sie regionale Naturmaterialien wie Kohle, Sand, Erde, Staub, Bitumen, Kreide, Ockerschlamm, Asche, Steinmehl und Lehm. Sie bearbeitet das Material mit unkonventionellen Werkzeugen wie Pflanzenteilen oder gebundenen Zweigen und gießt, formt und reibt sie in Strukturen, Farbflächen und vielschichtige Anordnungen.

Naturfamilie

Videoinstallation

Die Naturfamilie besteht aus Sandra, Elisa und Silva. Die drei Frauen haben einen alternativen, nachhaltigen Lebensstil mit ihren Familien eingeschlagen und dokumentieren diesen künstlerisch mit der Kamera. Seit diesem Jahr sind die Filme einem interessierten Publikum online zugänglich. In unaufgeregten, ruhigen Bildern unterlegt mit selbstaufgenommener Musik filmen die Künstler:innen ihren Lebensrhythmus und Alltag im Verlauf der Jahreszeiten.

Ilka Raupach

Skulptur

Ilka Raupach erkundet mit ihren Arbeiten das Verhältnis von Mensch und Natur. Mit allen Sinnen erforscht sie das Spannungsfeld der Natur- und Kulturlandschaften in ihrem Entstehungs- und Entwicklungsprozess. Sie nimmt Einfluss auf Landschaften ohne dabei ihren natürlichen Lauf zu irritieren, dennoch verändern ihre Skulpturen die Spuren, die der Betrachtende im Raum hinterlässt.

Mona Schaffer

Malerei

Mona Schaffer transformiert Räume durch ihre Kunst, die mit viel Farbe und Energie vielschichtige Seelenlandschaften aufzeigen, Erinnerungen und Gefühle erwecken, die in einem jeden Menschen schlummern. Ihre Werke regen zur ehrlichen Innenschau an und sind ebenso ihr Resultat. Es sind keine realen Landschaften, vielmehr entspringen sie der emotionalen Natur eines jeden Einzelnen, der:die ihre Werke betrachtet.

Ursel Schaffer

Holzschnitt & Malerei

Ursel Schaffer nutzt die Techniken Holzschnitt und Malerei, um stimmungsvolle Landschaftskompositionen zu erschaffen. Ihre Motive findet sie bei Spaziergängen in der Natur: die Schönheit des Wildwuchses, die Geometrie des Ackerlands oder die ungestüme und respekteinflößende Unberührtheit von unwegsamen Gebirgszügen.